Grundregeln für ein lesbares Plakat
Ein Plakat muss seine Aussage auch dann vermitteln, wenn Menschen nur kurz daran vorbeigehen. Dafür braucht es eine erkennbare Reihenfolge: Was fällt zuerst ins Auge, welches Motiv erklärt das Thema und welche Angaben folgen danach? Lesbarkeit entsteht außerdem durch ausreichenden Helligkeitskontrast und Schriftgrößen, die zur Betrachtungsdistanz passen. Die folgenden Grundregeln helfen, Inhalt und Gestaltung auf einen schnellen Blick abzustimmen.
Hierarchie und Blickführung
Eine klare visuelle Hierarchie im Plakat führt durch drei Ebenen: Überschrift, Schlüsselbild und Details. Die Überschrift benennt die wichtigste Aussage, etwa eine Veranstaltung oder ein Angebot. Das zentrale Bildmotiv macht das Thema auf einen Blick greifbar und unterstützt die Aussage, statt eine zweite Botschaft aufzumachen. Danach folgen Details wie Datum, Ort und Kontakt oder Anmeldung. Werden diese Ebenen deutlich unterschieden, kann das Auge Wichtiges von Ergänzendem trennen.
Beim Vorbeigehen beginnt die Wahrnehmung oft mit dem auffälligsten Element; das muss nicht immer die Überschrift sein. Entscheidend ist, dass der nächste Blickschritt zur Hauptaussage führt und die Details anschließend auffindbar sind. Auf einem Plakat mit wenigen Elementen kann eine Z-förmige Leserichtung funktionieren: vom oberen linken Bereich nach rechts, dann diagonal zum unteren linken Bereich und weiter nach rechts. Bei stärker textgeprägten Inhalten kann sich der Blick eher in einem F-Muster bewegen: zuerst über die obere Zeile, danach über kürzere Zeilen am linken Rand. Beides sind Orientierungshilfen, keine festen Sehgesetze.
Als Faustregel der Außenwerbung gilt, dass die Hauptaussage innerhalb weniger Sekunden verständlich sein sollte. Das ist kein verbindlicher Standard, sondern ein praktischer Prüfmaßstab: Lässt sich beim kurzen Vorbeigehen erkennen, worum es geht? Eine große, prägnante Überschrift und ein passendes Schlüsselbild erleichtern das. Für die Schriftgestaltung reichen meist eine oder zwei Schriftfamilien. Serifenlose Überschriften sind aus größerer Entfernung häufig gut lesbar; zurückhaltend eingesetzte Unterschiede in Größe und Schriftschnitt machen die Rangfolge zusätzlich sichtbar.
Kontrast und Lesbarkeit
Schrift muss sich vom Hintergrund deutlich abheben. Dabei zählt vor allem der Helligkeitskontrast: Dunkle Schrift auf einer hellen Fläche oder helle Schrift auf einem dunklen Grund ist meist leichter zu erfassen als zwei ähnlich helle Farben. Ein Unterschied im Farbton allein genügt nicht immer. Rot und Grün können beispielsweise bei ähnlicher Helligkeit ineinanderlaufen, besonders aus größerer Entfernung oder bei ungünstigem Licht. Prüfen Sie deshalb auch, ob Text und Hintergrund selbst dann unterscheidbar bleiben, wenn das Plakat aus der Distanz betrachtet wird.
Die passende Schriftgröße hängt davon ab, wie weit das Publikum typischerweise entfernt steht oder vorbeigeht. Die Tabelle bietet eine grobe Orientierung für die Versalhöhe, also die Höhe eines großen Buchstabens wie A oder H. Es sind praktische Richtwerte, keine verbindlichen Mindestmaße; Schriftart, Strichstärke und Sehbedingungen beeinflussen die Wirkung ebenfalls.
| Betrachtungsdistanz | Überschrift | Zusatzangaben |
|---|---|---|
| 1–2 m | 40–60 mm | 18–25 mm |
| 3–5 m | 80–120 mm | 30–45 mm |
| 8–10 m | 160–200 mm | Zusatztext stark begrenzen |
Bei der Fernwirkung sollte die Überschrift zuerst lesbar sein; kleine Angaben können erst aus der Nähe verständlich werden. Ein kurzer Probedruck in Originalgröße zeigt besser als eine Bildschirmansicht, ob Buchstaben und Abstände für die geplante Distanz ausreichen.
Weniger Text, klare Botschaft
Die Ein-Botschaft-Regel bedeutet: Ein Plakat sollte eine zentrale Aussage vermitteln, nicht mehrere gleich wichtige Anliegen nebeneinanderstellen. Fragen Sie beim Kürzen, was jemand nach einem kurzen Blick unbedingt wissen soll. Für eine Veranstaltung kann das zum Beispiel der Titel oder Anlass sein; Datum, Ort und gegebenenfalls ein Hinweis zur Anmeldung ergänzen diese Hauptbotschaft, ohne mit ihr zu konkurrieren.
Jede Zusatzangabe braucht eine klare Funktion. Ein langer Hintergrundtext, mehrere erklärende Nebensätze oder wiederholte Werbeversprechen kosten Aufmerksamkeit, ohne die wichtigste Information schneller verständlich zu machen. Kurze Formulierungen lassen sich schneller erfassen und können aus größerer Entfernung eher gelesen werden. Statt eines vollständigen Absatzes genügt häufig eine knappe Handlungsangabe wie „Eintritt frei“ oder „Anmeldung bis 15. Mai“.
Auch die Anordnung der Informationen zählt: Werden Überschrift, Termin und Ort als gleichrangige Aussagen präsentiert, muss das Auge selbst entscheiden, womit es beginnen soll. Dichte Textblöcke erschweren zusätzlich das schnelle Erfassen, weil einzelne Angaben darin weniger hervortreten. Trennen Sie deshalb Hauptaussage und notwendige Details erkennbar voneinander und streichen Sie alles, was die Entscheidung oder Orientierung nicht unterstützt. Am besten funktioniert ein Plakat, dessen Kernbotschaft sofort auffällt und dessen wenige Zusatzangaben sich ohne Suchen erschließen.
Layout, Raster und Weißraum
Ein tragfähiges Plakatlayout beginnt mit einer festgelegten Fläche für Inhalte und wiederkehrenden Ausrichtungslinien. Raster und Satzspiegel geben Überschriften, Bildern und Angaben verlässliche Plätze, ohne jedes Element gleich groß zu machen. Freie Flächen zwischen den Bausteinen helfen, Informationen voneinander zu trennen und die Seite übersichtlich zu halten. Auch das Verhältnis von Bild und Text hängt vom Format ab: Ein Hochformat bietet andere Proportionen als ein Querformat. Wer ein Plakat gestalten möchte, kann mit wenigen klaren Regeln eine ruhige und geschlossene Wirkung erreichen.
Satzspiegel und Raster
Der Satzspiegel ist der Bereich innerhalb der Außenränder, in dem Text und weitere Gestaltungselemente angeordnet werden. Die Ränder bilden den Abstand zwischen diesem Inhaltsbereich und den Kanten des Plakats. Sie sollten bewusst festgelegt werden: Bei einem Plakat im Format DIN A3 (297 × 420 mm) kann zum Beispiel ein umlaufender Rand von etwa 15 bis 25 mm als Ausgangspunkt dienen. Entscheidend ist, dass die Inhalte nicht zufällig nah an den Kanten sitzen und der Satzspiegel über die ganze Fläche nachvollziehbar bleibt.
Ein Raster unterteilt den Satzspiegel in Spalten, Zeilen oder wiederkehrende Felder. Ausrichtungslinien helfen, etwa die linke Kante einer Überschrift mit der Bildkante oder den Anfang einer Veranstaltungsangabe in Deckung zu bringen. Auch wenn einzelne Elemente unterschiedlich groß sind, wirken sie zusammengehörig, sobald ihre Kanten oder Mittellinien auf gemeinsame Rasterlinien bezogen sind. Für ein Plakatdesign reicht oft ein einfaches Raster mit zwei bis vier Spalten; zusätzliche Unterteilungen können für Bild und Text genutzt werden.
Rasterbasierte Plakatlayouts wurden durch den Schweizerischen beziehungsweise Internationalen Typografischen Stil in den 1950er-Jahren populär. Dieser Gestaltungsansatz setzte auf klare Ordnung, sachliche Typografie und eine konsequente Ausrichtung der Elemente. Das Raster ist dabei kein sichtbares Muster, sondern ein Arbeitsgerüst: Es sorgt dafür, dass Abstände und Positionen planvoll zusammenpassen. Legen Sie zunächst Satzspiegel und Hauptlinien fest und richten Sie anschließend die einzelnen Bausteine daran aus.
Weißraum
Weißraum bezeichnet freie Fläche im Layout und ist nicht an die Farbe Weiß gebunden. Auch ein unbedruckter Bereich auf farbigem Papier oder eine ruhige Fläche innerhalb eines Bildes kann diese Funktion übernehmen. Entscheidend ist, dass dort kein Element steht, das mit den benachbarten Inhalten konkurriert.
Gezielte Abstände trennen Überschrift, Bild und Angaben voneinander. Stehen etwa Veranstaltungsort und Datum direkt untereinander, hilft ein größerer Abstand zur Überschrift, die beiden Informationsgruppen als getrennte Einheiten erkennbar zu machen. Gleichmäßige Innenabstände innerhalb einer Gruppe halten die Angaben dagegen zusammen.
Freie Flächen geben wichtigen Elementen mehr Gewicht, ohne dass dafür zusätzliche Linien oder Kästen nötig sind. Ein enger Satz von Informationen wird durch passende Abstände leichter zu erfassen; besonders bei Betrachtung aus mehreren Metern Entfernung zahlt sich eine klare Trennung aus. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Elemente, sondern auch die Flächen zwischen ihnen.
Bild und Text anordnen
Die Orientierung des Plakats beeinflusst, wie viel Fläche für ein Motiv und einen Textblock verfügbar ist. DIN-A-Formate behalten ihr Flächenmaß beim Drehen bei, ändern aber ihr Seitenverhältnis: Ein DIN-A3-Plakat ist hochkant 297 × 420 mm groß und quer 420 × 297 mm. Die Tabelle zeigt, wie sich dadurch der mögliche Aufbau verschiebt.
| Format und Maße | Inhaltsaufbau | Motiv und verfügbare Fläche |
|---|---|---|
| DIN A3 hoch, 297 × 420 mm | Überschrift, Motiv und Angaben lassen sich gut von oben nach unten staffeln. | Die schmale Breite passt zu stehenden Motiven; seitlich bleibt weniger Platz für breite Textblöcke. |
| DIN A3 quer, 420 × 297 mm | Bild und Text können nebeneinander liegen, etwa Motiv links und Angaben rechts. | Die größere Breite eignet sich für horizontale Szenen und breite Bildausschnitte. |
| DIN A2 hoch, 420 × 594 mm | Eine vertikale Abfolge bietet Raum für ein großes Motiv über einem separaten Textfeld. | Die größere Höhe unterstützt stehende Motive und eine deutlich gestaffelte Inhaltsfläche. |
| DIN A2 quer, 594 × 420 mm | Ein breiter Bildbereich kann neben einem eigenen Textbereich stehen. | Die Breite gibt Panoramaaufnahmen und einer seitlichen Textzone mehr Platz. |
Liegt Text über einem Bild, sollte er auf einer ruhigen Bildzone stehen, zum Beispiel über einer gleichmäßigen Wand oder einer wenig strukturierten Himmelsfläche. Fehlt eine solche Zone, kann eine ausreichend deckende Überlagerung hinter dem Text für eine deutliche Trennung sorgen; prüfen Sie ihre Wirkung in der tatsächlichen Druckgröße.
Wählen Sie das Hochformat für Motive und Inhalte, die sich sinnvoll vertikal staffeln lassen, und das Querformat für breite Szenen oder eine klare Nebeneinanderstellung. Ein passendes Format erleichtert die Anordnung, statt sie zu erzwingen.
Farben und Bilder
Farben und Bilder entscheiden mit darüber, ob ein Plakat aus wenigen Metern verständlich wirkt und zum Anlass passt. Für ein stimmiges Plakatdesign helfen eine begrenzte Palette und ein Motiv, das auch im späteren Druckformat klar erkennbar bleibt. Bildschirmfarben und gedruckte Farben können voneinander abweichen, weil sie auf unterschiedlichen Farbmodellen beruhen. Prüfen Sie deshalb Farbauswahl und Bilddatei am geplanten Endformat, bevor Sie den Entwurf freigeben.
Farbwirkung und Farbpaletten
Eine Palette aus zwei bis drei Hauptfarben hält die Gestaltung geschlossen und macht die Wirkung gezielter steuerbar. Mehr Farben machen ein Plakat nicht automatisch auffälliger: Viele gleich starke Töne können miteinander konkurrieren. Entscheidend ist, ob die Farben zum Anlass, zur Zielgruppe und zum verwendeten Motiv passen. Rot kann etwa bei einer Veranstaltung energiegeladen wirken, in einem anderen Zusammenhang aber Warncharakter haben; eine feste Bedeutung hat eine Farbe nicht.
Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber und erzeugen einen deutlichen Gegensatz. Analoge Farben liegen nebeneinander und wirken meist verwandter. Die folgenden RGB-Farbwerte sind konkrete Bildschirmbeispiele; beim Druck können sie sich je nach Druckprofil und Papier verändern.
| Beziehung | Beispielpalette in RGB-Hex | Mögliche Anwendung |
|---|---|---|
| Komplementär | Blau #164E8A und Orange #F28C28 | Ein Kulturplakat, bei dem ein farbiges Motiv deutlich hervortreten soll. |
| Analog | Blau #176B87, Türkis #20A39E und Grün #62B36F | Ein Natur- oder Wasser-Thema, für das eine zusammenhängende Farbwirkung passend ist. |
| Zurückhaltend mit Akzent | Anthrazit #252525, Hellgrau #E8E8E8 und Koralle #E76F51 | Ein sachliches Informationsplakat mit einer einzelnen warmen Akzentfarbe. |
Bildschirme mischen Licht nach dem RGB-Modell, während der Druck mit CMYK-Farben arbeitet. Gesättigte RGB-Töne liegen außerhalb des druckbaren Farbumfangs und können in CMYK matter oder weniger leuchtend erscheinen. Lassen Sie bei kritischen Farbtönen einen Probedruck erstellen und beurteilen Sie ihn bei neutralem Licht; besonders kräftiges Blau, Grün und Orange können sichtbar abweichen.
Bildwahl und Auflösung
Wählen Sie für ein Plakat ein Motiv, dessen Aussage sich ohne langes Betrachten erschließt. Ein einzelnes, klar erkennbares Hauptmotiv funktioniert oft besser als ein detailreiches Bild, dessen wichtige Elemente bei der vorgesehenen Ausgabegröße verschwinden. Prüfen Sie die Datei deshalb in der tatsächlichen Größe oder als verkleinerte Vorschau aus der geplanten Betrachtungsdistanz. Für eine Ausstellung im Innenraum gelten andere Anforderungen als für ein großes Plakat, das überwiegend aus mehreren Metern gesehen wird.
Die erforderliche Auflösung hängt sowohl vom Endformat als auch vom Abstand der Betrachtenden ab. Bei kleineren Drucksachen und naher Betrachtung sind etwa 300 Pixel pro Zoll im Endformat ein gängiger Richtwert. Ein A4-Motiv benötigt dafür ungefähr 2.480 × 3.508 Pixel. Bei großformatigen Plakaten, die aus größerer Entfernung betrachtet werden, können je nach Druckverfahren und Einsatz auch etwa 100 bis 150 Pixel pro Zoll ausreichen. Stimmen Sie den konkreten Wert mit den Vorgaben der Druckerei ab.
Kontrollieren Sie die Pixelmaße der Originaldatei, nicht nur die angezeigte Bildgröße im Gestaltungsprogramm. Wird eine kleine Datei stark vergrößert, entstehen keine zusätzlichen Bilddetails: Kanten können unscharf oder pixelig wirken. Bilder für Plakate auszuwählen bedeutet daher auch, die verfügbare Datei am tatsächlichen Endformat zu prüfen und ein ausreichend großes Original zu verwenden.
Typische Gestaltungsfehler
Zu viele Schriftarten lassen ein Plakat unruhig erscheinen und erschweren die Zuordnung der Informationen. Beschränken Sie sich beispielsweise auf eine Schriftfamilie mit zwei Schriftschnitten oder kombinieren Sie höchstens zwei gut unterscheidbare Familien. Schwacher Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund kann wichtige Angaben verschwinden lassen; prüfen Sie die Lesbarkeit auch in einer verkleinerten Ansicht und bei gedämpftem Licht.
Gestreckte Bilder verlieren ihre ursprünglichen Proportionen: Gesichter, Gegenstände und Schriftzüge wirken dann verzerrt. Vergrößern Sie ein Motiv proportional und beschneiden Sie es bei Bedarf, statt Höhe und Breite unabhängig voneinander zu verändern. Text direkt am Rand kann beim Beschnitt angeschnitten werden. Halten Sie daher den von der Druckerei empfohlenen Sicherheitsabstand ein und berücksichtigen Sie den Beschnittzugabenbereich der Druckdatei.
Kontaktangaben in winziger Schrift sind aus normaler Betrachtungsdistanz kaum nutzbar. Prüfen Sie Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Veranstaltungsort in Originalgröße und vergrößern Sie sie, wenn einzelne Zeichen nicht auf Anhieb lesbar sind. Kontrollieren Sie vor der Freigabe zusätzlich, ob der Hintergrund die Schrift beeinträchtigt und die Druckfarben im Probedruck akzeptabel wirken. Am zuverlässigsten ist ein maßstabsgetreuer Ausdruck mit lesbaren Angaben und geprüften Farben.
Vom Entwurf zum fertigen Plakat
Ein fertiger Entwurf braucht vor der Ausgabe eine Prüfung, die über den Blick auf den Bildschirm hinausgeht. Verkleinerung und Betrachtung aus größerer Entfernung zeigen, ob Überschrift und Motiv auch außerhalb der direkten Nähe funktionieren. Bei der Formatwahl zählen der konkrete Einsatzort und die Fläche, auf der das Plakat sichtbar sein soll. Die folgenden Schritte helfen, den Entwurf passend anzulegen und anschließend gezielt weiterzuentwickeln.
Entwurf prüfen
Prüfen Sie den Entwurf in mehreren Ansichten, bevor Sie ihn als Druckdatei ausgeben. Eine Ansicht bei etwa einem Zehntel der tatsächlichen Größe ist ein schneller Praxistest: Überschrift und Bild müssen auch dann noch funktionieren.
- Verkleinern Sie die Ansicht auf rund zehn Prozent und kontrollieren Sie, ob Überschrift und Hauptmotiv ohne Vergrößerung erkennbar bleiben.
- Betrachten Sie den Entwurf aus der vorgesehenen Entfernung; prüfen Sie dabei, ob die wichtigsten Informationen noch zuverlässig wahrgenommen werden.
- Lesen Sie jeden Text vollständig Korrektur und gleichen Sie Namen, Datum, Uhrzeit, Adresse sowie Telefonnummern mit den freigegebenen Angaben ab.
- Fragen Sie nach wenigen Sekunden, welche Hauptbotschaft angekommen ist; wenn mehrere Aussagen gleich wichtig wirken, überarbeiten Sie den Entwurf.
- Prüfen Sie, ob Überschrift und Bild dieselbe Veranstaltung oder Aussage vermitteln und ob das Motiv im kleinen Ansichtsmaßstab verständlich bleibt.
- Kontrollieren Sie, ob Text, Logos und wichtige Bildteile innerhalb des vorgesehenen Satzspiegels liegen und beim späteren Beschnitt nicht gefährdet sind.
Notieren Sie konkrete Korrekturen, statt den Entwurf nur allgemein als gelungen oder misslungen zu bewerten. Prüfen Sie nach jeder Änderung erneut die verkleinerte Ansicht und die Texte.
Format wählen
Das passende Format richtet sich zuerst nach dem Einsatzort: Ein Plakat an einer schmalen Tür braucht eine andere Fläche als eine Ankündigung an einer großen Wand. Berücksichtigen Sie außerdem die Betrachtungsdistanz. In einem Flur wird ein Motiv meist aus wenigen Metern gesehen, während ein Plakat an einer breiten Außenfläche auch aus größerer Entfernung wirken muss. Ein großes Format kann mehr Raum für Bild und Information bieten, ist aber nur sinnvoll, wenn genügend freie Fläche vorhanden ist. Hochformat eignet sich oft für Motive mit stehenden Personen, Gebäuden oder einer vertikalen Blickführung; Querformat bietet mehr Breite für Gruppen, Landschaften oder nebeneinander angeordnete Inhalte. Die Papiermaße der DIN-A-Reihe helfen beim Vergleich: A3 misst 297 × 420 Millimeter, A2 420 × 594 Millimeter. Legen Sie die endgültige Druckgröße fest, bevor Sie Bilddateien beurteilen: Bei kleinerem Druck fällt dieselbe Datei schärfer aus als bei starker Vergrößerung. Als Orientierung sind rund 300 Bildpunkte pro Zoll bei der Endgröße für viele Druckanwendungen geeignet; bei großformatigen Plakaten hängt der nötige Wert stärker von der Betrachtungsdistanz ab. Planen Sie den Satzspiegel innerhalb des Formats so, dass Text und wichtige Motivdetails ausreichend Platz behalten.
Weiterführende Themen im Ratgeber
Posterwissen ist ein unabhängiger deutschsprachiger Ratgeber zu Plakatgestaltung, Formaten, Druck, Wanddekoration und Plakatwerbung. Das Thema Ideenfindung zeigt, wie sich aus Anlass, Zielgruppe und zentraler Aussage tragfähige Motive und erste Entwurfsrichtungen entwickeln lassen. Bei Vorlagen geht es darum, vorhandene Muster an eigene Inhalte, Bildmaterial und gewünschte Ausgabeformate anzupassen, statt sie unverändert zu übernehmen. Das Thema Erstellen behandelt die Schritte von der Auswahl eines Gestaltungsprogramms über den Aufbau des Motivs bis zur passenden Dateierstellung für die weitere Verwendung. Der Beitrag zur KI-gestützten Gestaltung ordnet ein, wie Bildgeneratoren und digitale Werkzeuge Ideen unterstützen können und an welchen Stellen eine sorgfältige Prüfung der Ergebnisse nötig ist. Wissenschaftliche Poster werden als eigenes Anwendungsfeld behandelt, in dem Forschungsergebnisse für Fachpublikum strukturiert und mit Diagrammen, Texten und Abbildungen verständlich aufbereitet werden. Für den nächsten Entwurf empfiehlt sich ein einfacher Ablauf: erst die reale Fläche und Endgröße festlegen, dann die Datei prüfen und zuletzt Texte sowie Wirkung aus der Distanz kontrollieren.
Häufige Fragen zum Plakat gestalten
Bei der Gestaltung eines Plakats entscheiden oft konkrete Details über Schrift, Textmenge, Farbe und Arbeitsmittel. Die passenden Entscheidungen hängen vom Einsatzort, der Betrachtungsdistanz und dem späteren Druck ab.
Welche Schrift eignet sich für ein Plakat?
Für ein Plakat eignet sich eine Schrift mit klar unterscheidbaren Buchstabenformen und gut erkennbaren Ziffern. Serifenlose Schriften sind für große Überschriften oft eine praktische Wahl, weil ihre Formen auch aus mehreren Metern Entfernung schnell erfassbar bleiben. Begrenzen Sie die Gestaltung möglichst auf eine oder zwei Schriftfamilien: Eine kräftige Variante kann die Überschrift tragen, eine ruhigere den ergänzenden Text. Prüfen Sie die Schrift nicht nur am Bildschirm, sondern im vorgesehenen Plakatformat und aus typischer Betrachtungsdistanz. So fallen zu dünne Striche, enge Abstände und schwer lesbare Größen rechtzeitig auf.
Wie viel Text darf auf ein Plakat?
Ein Plakat sollte eine zentrale Botschaft vermitteln; zusätzliche Angaben gehören nur dann dazu, wenn sie für das Verständnis oder die Teilnahme nötig sind. Bei einer Veranstaltung können das etwa Datum, Ort und Beginn sein. Formulieren Sie diese Informationen knapp und gliedern Sie sie in kurze Textblöcke, statt lange Sätze oder Absätze zu setzen. Wie viel Text lesbar bleibt, hängt auch von der Betrachtungsdistanz ab: Ein Plakat an einer Haltestelle muss aus größerer Entfernung funktionieren als ein Aushang, den man direkt vor sich liest. Streichen Sie jedes Detail, das die Hauptaussage nicht unterstützt.
Wie wählt man Farben für ein Plakat aus?
Wählen Sie zwei bis drei Hauptfarben und richten Sie die Kombination nach Anlass und gewünschter Wirkung aus. Komplementärfarben liegen sich im Farbkreis gegenüber und erzeugen einen starken Gegensatz; analoge Farben liegen nebeneinander und wirken meist zusammenhängender. Welche Kombination passt, hängt vom Kontext ab: Eine Kulturveranstaltung kann eine andere Anmutung verlangen als ein sachlicher Informationstermin. Für den Bildschirm wird üblicherweise im RGB-Farbraum gearbeitet, während Druckdaten meist für CMYK angelegt werden. Beim Umwandeln können einzelne Farbtöne sichtbar abweichen, besonders kräftige Leuchtfarben. Prüfen Sie deshalb, wenn möglich, einen farbverbindlichen Probedruck.
Welche Software eignet sich zum Plakat gestalten?
Welche Software passt, hängt davon ab, wie genau Format, Schrift und Grafiken kontrolliert werden müssen. Layoutprogramme eignen sich für die präzise Anordnung mehrerer Text- und Bildelemente. Vektorprogramme bieten Kontrolle über skalierbare Formen und grafische Zeichen. Online-Editoren ermöglichen einen schnellen Einstieg mit vorgegebenen Gestaltungselementen, während Präsentationssoftware für einfache Plakate mit überschaubarem Aufbau ausreichen kann. Vergleichen Sie vor der Wahl, ob das gewünschte Seitenformat exakt einstellbar ist, Schriften zuverlässig eingebunden werden und die nötigen Grafikfunktionen vorhanden sind. Für den Druck sollte sich eine passende PDF-Datei ausgeben lassen. Am besten wählen Sie die Kategorie, die Ihre Format- und Ausgabeanforderungen sicher erfüllt.