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Interview mit der Greenfinity Foundation

Wer in den letzten Wochen unsere Social Media-Kanäle verfolgt hat, der wird sicherlich einige Projekte der Greenfinity Foundation entdeckt haben. Aber wir von PlakatQuadrat möchten mehrere Facetten der Foundation vorstellen – wir wollten unteranderem wissen, in welchen Ländern das Thema Nachhaltigkeit besonders fortgeschritten ist, wie die Corona Pandemie die Projekte der Foundation beeinträchtigt hat und was jeder von uns für eine bessere Zukunft tun kann.

Stellen Sie Ihre Organisation bitte einmal kurz vor. Welche Projekte führen Sie durch?

Die Greenfinity Foundation ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Graz, der Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Seit 2011 setzen wir uns für nachhaltige Umwelt- und Klimaschutzprojekte auf der ganzen Welt ein. Wir fokussieren uns dabei auf Projekte mit den Schwerpunkten Förderung von alternativen Energien, Erhaltung der Lebensräume, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung, die Kompensation des ökologischen Fußabdrucks und die Sicherung des Zugangs zu sauberem Wasser.

Sie sind in einigen Ländern aktiv. In welchen dieser Länder sehen Sie den größten Fortschritt im Thema Nachhaltigkeit?

Wir sehen uns zwar nicht in der Position diese Frage allgemein zu beantworten, teilen hier aber sehr gerne unsere Erfahrung aus unseren eigenen Projekten. Seit unserer Gründung im Jahr 2011 haben wir Projekte in insgesamt 22 Länder umgesetzt. In dieser Zeit haben wir ausschließlich mit lokalen Partnern zusammengearbeitet, die selbst sehr um eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Region bemüht sind und Wert auf einen langfristigen Impact von Maßnahmen legen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Land wir bisher tätig waren, wir haben diesbezüglich überall positive Erfahrungen gemacht. Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Länder hinsichtlich ihrer umweltpolitischen Ausrichtungen. Vergleicht man etwa ein Land wie Indien mit Deutschland oder Österreich, so merkt man auch schnell, dass es bedeutende Unterschiede im Umweltbewusstsein der breiten Bevölkerung gibt. Das ist auch der Grund, warum die meisten unserer Projekte auch immer mit Maßnahmen zur Umweltbewusstseinsbildung verknüpft sind. Die Schaffung eines Bewusstseins für die Wichtigkeit von Umwelt- und Klimaschutz ist die Basis für eine echte Verbesserung und langfristig gesehen für einen Kurswechsel hin zu einem nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsstil.

Wie wird Ihrer Meinung nach das Thema Nachhaltigkeit in Ländern wie den Philippinen oder Brasilien aufgegriffen?

Auch hier können wir nur von unserer eigenen Erfahrung mit unseren Projekten sprechen. Sowohl Brasilien als auch die Philippinen sind Länder, in denen wir schon seit Jahren tätig sind. Insgesamt setzen wir in diesen beiden Ländern drei Projekte um, von denen zwei bereits mehr als sieben Jahre durchgehend laufen. Auf den Philippinen haben wir 2012 zwei Photovoltaikanlagen für eine Schule gebaut. Dabei haben wir bemerkt, wie viele Kinder der Schule von Mangelernährung betroffen sind. Dies hat uns dazu veranlasst in Kooperation mit der Schule und weiteren Partnern ein nachhaltiges biologisches Garten- und Ernährungsprojekt zu starten, im Zuge dessen die Schüler nicht nur mit Obst und Gemüse aus einem Schulgarten versorgt werden, sondern gemeinsam mit ihren Eltern auch die Tools erhalten, die sie brauchen, um zu Hause selbst einen biologischen Garten zu bewirtschaften. Sowohl die Schulleitung als auch die Lehrer und die Menschen aus der gesamten Umgebung der Schule waren von Anfang an sehr engagiert, haben viele eigene Ideen eingebracht und haben dabei den Nachhaltigkeitsfaktor stets in den Mittelpunkt gestellt. In Brasilien arbeiten wir seit dem Jahr 2013 daran, Menschen aus der Dürreregion Bahia durch unser Brunnenbauprojekt mit fließendem Wasser zu versorgen. Auch hier war eine nachhaltige Ausrichtung für alle Beteiligten von Anfang an selbstverständlich. Neben dem Brunnenbauprojekt sind wir in Brasilien im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Black Jaguar Foundation auch an der Aufforstung des Araguaia Biodiversity Corridors beteiligt und auch hier steht der Nachhaltigkeitsgedanke im Zentrum der Projektarbeit. All diese Projekte sind auf Langfristigkeit ausgelegt, werden über mehrere Jahre begleitet und die Maßnahmen und Projektziele werden kontinuierlich angepasst.

Welchen Meilenstein haben Sie mit der Greenfinity Foundation bereits erreicht?

Uns gibt es mittlerweile ja schon seit 10 Jahren, da waren schon einige Highlights und Meilensteine dabei. Im Grunde ist für uns aber jeder Projekterfolg ein kleiner Meilenstein. Viele unserer Projekte haben auch eine soziale Komponente. Sie schaffen Arbeitsplätze, versorgen Menschen aus ärmeren Regionen der Welt mit Lebensnotwendigem wie etwa Zugang zu sicherem Wasser oder Tools und dem nötigen Know-how, um sich langfristig selbst zu versorgen. Da ist jeder Projektbesuch ein Highlight, an dem man sieht, wie sich das Leben der Menschen durch die Maßnahmen, die wir dank unserer Spender umsetzen konnten, zum Positiven verändert hat.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Projekte der Greenfinity Foundation?

Die Folgen der Corona-Pandemie sind stark spürbar. So unterschiedlich unsere Projektorte auch sind, sie haben doch eines gemeinsam: Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren und brauchen unsere Unterstützung nun dringender als je zuvor. Wir merken auch, dass die Preise für die Materialien, die wir zum Beispiel für unser Brunnenbauprojekt in Brasilien oder für unser biologisches Gartenprojekt auf den Philippinen benötigen, stark gestiegen sind. Gleichzeitig sind die Spendeneinnahmen in den vergangenen Monaten merklich zurückgegangen, was uns im Moment gerade vor größere Herausforderungen stellt.

Auf welche Art und Weise kann jeder einzelne Mensch einen Beitrag für die Umwelt leisten?

Vom Verzicht auf Plastik über die Reduktion des Fleischkonsums bis hin zum Ausschalten der Elektrogeräte, wenn diese gerade nicht benötigt werden, gibt es viele einfache Maßnahmen, die jeder setzen kann, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Das Internet ist voller Tipps, wie jeder von uns sein Leben nachhaltiger gestalten und einen Beitrag zum Erhalt unseres Lebensraums Erde leisten kann. Selbst kleine Veränderungen im Alltagsverhalten, wie etwa das Ersetzen des „To-Go-Bechers“ durch einen Thermobecher für den täglichen Kaffeekick auf dem Weg zur Arbeit, machen einen Unterschied. Wenn man das Auto dann noch zu Hause stehen lässt und stattdessen mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad in die Arbeit fährt, hat man einen weiteren wichtigen Schritt getan. Die Möglichkeiten, umweltschonender zu leben, sind schier endlos. Wer darüber hinaus noch einen Beitrag leisten möchte, der kann gezielte Maßnahmen zum Schutz der Umwelt unterstützen, zum Beispiel mit einer regelmäßigen Spende an einen Umweltschutzverein wie die Greenfinity Foundation.

Vielen Dank an die Greenfinity Foundation für das Interview. Wenn Ihr noch mehr über die Organisation erfahren wollt, dann schaut unbedingt auf ihrer Website vorbei.

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