AllgemeinThemenmonat

Die Digitalisierung der Baubranche

Exkurs: Unsere baubezogenen Themen zur Digitalisierung 

Springen wir zurück zu unseren letzten Monaten bei PlakatQuadrat. Wir haben uns intensiv mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt und demnach auch mit der Digitalisierung in der Baubranche. BIM (Building Information Modeling) oder KI (Künstliche Intelligenz) sind uns ein Begriff. Das Einsetzen von Robotern oder Drohnen auf Baustellen ist eine Chance, die Baubranche zu digitalisieren und zu optimieren, sogar eine sehr gute Chance. Es wird genauer gearbeitet und Baustellen können besser gesichert werden. Ein großer Vorteil ist, dass der Einsatz von neuen Technologien am Bau nicht mit der menschlichen Arbeit kollidiert – Die Arbeitsperson in der Baubranche kann nicht vollkommen ersetzt werden, zumindest noch nicht. Laut einer Studie zur Digitalisierung und Arbeitsplätzen, ist das Substituierbarkeitspotenzial mit 24,1% in der Baubranche verhältnismäßig gering. 

Building Information Modeling (BIM)

Wenn man sich mit der Digitalisierung innerhalb der Baubranche beschäftigt, hört man recht schnell den Begriff BIM. Natürlich ist BIM nicht alles, aber hat doch eine Menge verändert und revolutioniert. Tatsache ist, dass es in aller Munde ist und bedarf vielleicht dennoch einer kleinen Erklärung: Das BIM ist ein Prozess oder auch eine Planungsmethode, bei welcher ein digitales 3D-Modell eines Bauwerks entwickelt wird. Es kann so mehr ins Detail gegangen werden und es vereinfacht, Informationen, wie beispielsweise zum Baumaterial, abzuspeichern. Das BIM ist ein wichtiges System für die Erstellung von Gebäudeentwürfen, Infrastrukturprojekten und der dazugehörigen Dokumentenverwaltung. Alle Schritte des Bauprojektes lassen sich so leichter miteinander vernetzen und steuern. Das Modell lässt sich so realitätsgetreu wie möglich anschauen, bevor der Bau des Gebäudes ausgeführt wird. In vielen Ländern, wie in Brasilien, Dänemark, Südkorea oder dem Vereinigten Königreich, ist die Arbeitsmethode bereits vorgeschrieben. Alles kann überblickt werden: Es fängt bei den Architekten in der Planung an und hört bei zukünftigen Wartungsarbeiten auf. Nicht nur in Architekten- und Ingenieurbüros ist das BIM eine hilfreiche Methode, auch auf der Baustelle selbst ist diese anwendbar. Eine gründliche Planung vor Beginn des Bauvorhabens ist das A und O. BIM kann diese sicherstellen: Eine nachvollziehbarere und genauere Absprache zwischen Bauherren, Architekten, Bauunternehmen und dem Handwerk. Umso größer und komplexer ein Bauprojekt ist, desto wichtiger ist es, den gesamten Ablauf überblicken zu können. Auch Gerüstbaufirmen können sich an dem Modell bedienen und auf Informationen zur Gerüstbauplanung zugreifen. So können beispielsweise Montagearbeiten und Materiallieferungen besser miteinander koordiniert werden. 

Wichtige Punkte, die BIM auf der Baustelle erst möglich machen:

  • Ganz klar: Die erforderliche Software muss für jeden Mitarbeiter gegeben sein
  • Die Mitarbeiter müssen die Software verstehen und bedienen können 
  • Regelmäßige Schulungen zur Optimierung der Prozesse
  • Eine transparente und abgestimmte Kommunikation zwischen allen Beteiligten 

Chancen > Herausforderungen?

Die Digitalisierung ist in der Baubranche angekommen. Tatsache ist, dass sie im Vergleich zu anderen Branchen etwas langsamer voranschreitet. Es gibt natürlich viele Stimmen, die der Meinung sind, dass die Baubranche die Digitalisierung gar nicht braucht. Verständlich, wenn eines der ältesten Gewerbe in Deutschland all die Jahre ohne digitale Hilfsmittel ausgekommen ist. Dennoch sollte man es nicht verschlafen, auf den digitalen Zug aufzuspringen und an der Reise Richtung Digitalisierung teilzunehmen. 

Verständlich ist auch, dass Veränderung Angst macht: Angst vor Überforderung, Angst vor Verlusten von Arbeitsplätzen, Angst vor hohen Kosten. Wohlmöglich sind diese Herausforderungen die Größten, die zu bewältigen sind. Auszahlen tut es sich definitiv, denn: Veränderung schafft Positives, wenn man sich auf diese einlässt und man den Menschen in die Veränderung miteinbezieht und die zwischenmenschlichen Werte einer Branche nicht außer Acht lässt.

„Eine Maschine kann die Arbeit von fünfzig gewöhnlichen Menschen leisten, aber sie kann nicht einen einzigen außergewöhnlichen ersetzen.“ – Elbert Hubbard

Die Digitalisierung mag die Baubranche revolutionieren, aber es muss der Mensch sein, der die Veränderung schafft und ausführt. Der Mensch ist die treibende Kraft und steht an der Spitze der Bauwirtschaft. Ob in einer Planungs- oder Ausführungsposition, die Entscheidungen werden von Menschen getroffen und die Maschinen von Menschen bedient. Aus diesem Grund ist es von so großer Bedeutung, die Mitarbeiter in jegliche, neue Prozesse zu integrieren und stets die Bedürfnisse und Besorgnisse dieser an hoher Stelle zu setzen. Egal in welchem Betrieb, egal in welcher Branche – Ohne die Mitarbeiter funktioniert nichts. 

Oft pflegen Bauunternehmen ein familiäres Miteinander und dennoch gibt es Hierarchien, die sich auf alt-bewährte Chronologien beziehen. Die älteren Mitarbeiter haben oft die meisten Erfahrungen. Auch da tritt Veränderung ein: Viele junge Mitarbeiter verfügen durch ein Studium im Bauwesen, in welchem digitale Programme und Technologien mittlerweile Standard sind, über neues Wissen und neue Mittel. Dennoch ist kein guter Mitarbeiter ersetzbar und eine Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters ist der erste Schritt, diesem die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes zu nehmen und dabei zu unterstützen, die Veränderungen anzunehmen. 

Also eins nach dem anderen: Es macht wenig Sinn, allein’ die Arbeit zu digitalisieren, wenn der Mensch dabei auf der Strecke bleibt und die Produktivität durch die Überforderung der neuen technologischen Mittel einbüßen muss. Sind die zwischenmenschlichen Herausforderungen erst einmal bewältigt, profitiert nicht nur eine gesamte Branche, sondern jeder einzelne Akteur dieser.

Unglaubliche Möglichkeiten

Wie kann ein Unternehmen es schaffen, sich zu digitalisieren? Eins muss klar sein: Für Unternehmen bestehen mehr Chancen als Risiken. Hat man die zwischenmenschlichen Herausforderungen hinter sich gelassen, muss man sich alles weitere, wie eine Pro und Contra-Liste vor Augen halten. Ein großer Pluspunkt für die Bauwirtschaft ist, dass digitale Mittel den Fachkräftemangel ausgleichen können. Dass besonders im Handwerk ein Mangel an Fachkräften besteht, ist kein Geheimnis. Der Einsatz von digitalen Mitteln verändert langfristig nicht nur die Arbeitsbedingungen und Prozesse eines Berufsfeldes – Es kann ebenfalls ein guter Strategiezug sein, so junge, potentielle Bewerber für einen Beruf in der Baubranche zu begeistern. Für viele Bewerber kann die Nutzung von digitalen Mitteln ein ausschlaggebender Grund sein, sich über die jeweiligen Bauunternehmen zu informieren und eine Ausbildung in Betracht zu ziehen. 

Ein weiterer Pluspunkt ist die Kosteneinsparung. Viele Unternehmen haben Angst vor hohen Kosten, die die Einführung technologischer Mittel mit sich bringt. Da digitale Prozesse jedoch viel Arbeitszeit einsparen können, rentiert sich eine Investition sehr schnell. Die Scheu vor Investitionen in digitale Technologien nehmen günstige Förderkredite, denn auch die Wirtschaft ist daran interessiert, dass die Baubranche digitaler und dahingehend unterstützt wird. Und weil Probleme, die systematischer Natur sind, sich von Grund auf nur durch einen Wandel beheben lassen, füllt sich die Liste mit vielen weiteren Pro-Argumenten. 

Auch hier ist es wieder wichtig: Ein Schritt nach dem anderen. Man kann nicht alles auf einmal verändern und gute Dinge brauchen Zeit. Führt man beispielsweise eine neue Software zur Baustellendokumentation ein, sind die Komponenten Geschwindigkeit, Transparenz, Informationen und die Auswertung der Informationen die Punkte, auf die man sich fokussieren sollte. 

Wichtige Punkte, um den ersten Schritt zu machen:

  • Inspiration bei anderen holen
  • Die Ausgangslage überprüfen
  • Mitarbeiter schulen
  • Ziele definieren
  • Werkzeuge und Materialien anpassen

Virtual Reality

Bereits ein digitales Modell vereinfacht unglaublich vieles – Eine gemeinsame Planung und eine frühzeitige Erkennung von Problematiken, bevor der Bau überhaupt erst stattfindet. Das BIM ermöglicht nicht nur das, sondern ebenfalls Anwendungen im Bereich der Virtual Reality. Mithilfe von computererzeugten 3D-Bildern ist es allen Projektbeteiligten vor Baubeginn möglich, durch ein virtuelles Gebäude zu gehen. Das kann besonders für den Bauherren von großer Relevanz sein.

Robotik und 3D-Druck

Ein besonderes Fertigungsverfahren ist der 3D-Druck. Das robotisierte Bauen spart Zeit, Kosten und Ressourcen. Erfolgreiche Bauten mit diesem Verfahren wurden in Deutschland bereits realisiert. Es geht so weit, dass komplette Häuser bereits in kurzer Zeit erschafft werden können. Ein riesiger, sogenannte „Druck-Roboter“ trägt das Baumaterial Schicht für Schicht auf und schafft somit ein dreidimensionales Werkstück. Mit Peri, einem der größten Hersteller von Schalungs- und Gerüstsystemen, entstand im Jahr 2020 das erste „gedruckte“ Haus im nordrhein-westfälischem Beckum. Das Unternehmen unterstützt die Abwicklung von Bauprojekten, besonders durch die Anwendung von BIM. Das Pilotprojekt war der Startschuss für viele weitere Baumaßnahmen mit dieser Bautechnik.

Aber auch Montageverfahren können mit Robotern verrichtet werden, in der Industrie ebenso wie in einem Handwerksbetrieb, wie zum Beispiel im Gerüstbau. Die Einführung kann eine Herausforderung sein, aber auch eine unglaubliche Chance zur digitalen Weiterentwicklung und Produktivität. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie die Menschen zukünftig ersetzen, sondern dass sie als weiteres Hilfsmittel eingesetzt werden und die Leistung bringen können, die ein Mensch nicht kann. Dafür benötigt man besonders mobile Roboter, die auf den Baustellen eingesetzt und bei jeglichen Witterungsverhältnissen arbeiten können. Roboter müssen so programmiert werden, dass sie sich an die dynamischen Gegebenheiten einer Baustelle anpassen können. Die Vorteile: Reduzierung von Kosten und Unfällen, schnellere Baugeschwindigkeit und ein Bau von komplexen Gebäuden. 

Künstliche Intelligenz

KI kann alle Bereiche innerhalb der Baubranche positiv verändern. Es geht hierbei viel um Daten und Informationen. Machine Learning ist ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, bei welcher sich Computersysteme selbst programmieren, indem sie auf Basis statistischer Methoden aus den Daten lernen. Ein wichtiger Aspekt ist die Sicherheit auf der Baustelle. Durch maschinelles Lernen kann diese ein Stück mehr gewährleistet werden, indem Gefährdungen auf Baustellen besser beurteilt werden können. Die Daten und Fotos der Baustelle können durch Drohen erfasst werden und in Planungsmethoden oder Programmen, wie BIM und CAD (Computer-Aided Design) gesichert werden. So entsteht ein Algorithmus, der diese Informationen analysiert und lernt sie zu reproduzieren. 

PropTechs

Property Technology steht für innovative Entwicklungen in der Immobilienbranche. Das bedeutet, dass digitale Dienstleistungen und Technologien aus der Immobilienbranche und für die Immobilienbranche getan werden. Unternehmen in dem Bereich sind häufig Startups aus der Baubranche, die Produkte und Dienstleistungen für die Immobilienwirtschaft entwickeln oder optimieren. Beispiele für Unternehmen aus der Branche sind: 

  • Scaffeye eine digitale Lösung zur zentralen Verwaltung von Baugerüsten
  • Ogulo eine digitale Immobilienvermarktung mit virtuellen Rundgängen
  • KEWAZO optimieren die Baulogistik vor Ort durch Robotik und Datenanalyse mit dem Fokus auf Baugerüsten
  • Flexxter eine Kooperationsplattform, die die Projektplanung, die Projektdokumentation und die externe und interne Kommunikation auf der Baustelle sowie im Büro vereinfacht

Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Chance auf ein erfolgreiches Zusammenspiel

Die Gegebenheiten für nachhaltiges Bauen sind da. Auch hier kann das Ganze ähnlich wie bei der Digitalisierung angegangen werden und zwar step by step. Man braucht nicht zwingend ein perfektes Nachhaltigkeitskonzept von Beginn an, es geht darum den ersten Schritt zu machen und in einem Bereich anzufangen. 

Es gibt verschiedene Punkte, die man aufgreifen kann: Lässt sich bei der BIM-Methode der gesamte Bauprozess festhalten, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch hier ökologische Komponenten vermerkt und optimiert werden können. Aus dem Grund beginnt Nachhaltigkeit schon bei dem Entwurf eines Gebäudes. Mit welchen Materialien oder nachhaltigen Rohstoffen kann man bauen, um den CO²-Ausstoßes zu senken und ressourcenschonend zu arbeiten? 

Die synavision GmbH hat eine Software zur digitalen Qualitätssicherung der Funktions- und Leistungsfähigkeit der Gebäudeautomation von Smart Buildings entwickelt. Mithilfe der Software des Bielefelder Startups konnten bereits 450.000 Tonnen CO² eingespart werden, und das alleine durch die verbesserte Nutzung der bestehenden Gebäudetechnik durch technisches Monitoring. Ziel ist natürlich, die Software nicht nur auf Smart Buildings, sondern auch bei Neubauten und Modernisierungsmaßnahmen anzuwenden. 

Digitalisierung never stops

Wir befinden uns zukünftig in der Industrie 4.0. Bei der digitalen Revolution bleibt es nicht. Es gibt keine Möglichkeiten, die industriellen Fortschritte aufzuhalten, es gibt keinen Stillstand. In der Industrie 4.0 sollen alle Disziplinen wie die Digitalisierung, Big Data, Virtualisierung und künstliche Intelligenz miteinander vereint werden. Nicht nur diese Komponenten, sondern Menschen, Maschinen, Logistik und Produkte. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Menschen und Maschinen nicht nur durch die Digitalisierung zusammenarbeiten müssen, sondern miteinander können

Die Begrifflichkeit 4. Revolution stößt allerdings auf Kritik, da eine neue industrielle Revolution ausgerufen wurde, noch bevor sie überhaupt stattgefunden hat. 

Aber keine Angst! Ihr fühlt euch von der ganzen Informationsflut überfordert? Natürlich muss in einem digitalen Zeitalter nicht zwingend alles digitalisiert werden. Unsere Dienstleistung der Baugerüstwerbung ist ein analoges Medium und kann dementsprechend nicht digitalisiert werden und steht somit in Abgrenzung zu digitalen Medien. Dennoch hat die Art der Außenwerbung einen riesen Vorteil: Die Werbeflächen lassen sich ganz einfach in den mobilen Alltag der Menschen integrieren und somit ist und bleibt Gerüstwerbung an starkfrequentierten Standorten wie Baustellen trotz eines stetigen Umbruchs der Werbemedien für Werbetreibende attraktiv.

Wie wird es Bauunternehmen weiterhin mit dem digitalen Wandel gehen? Werden Mitarbeiter gefördert oder überfordert mit den neuen Möglichkeiten? Werden sich die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter durch diesen Wandel verändern? All das wird sich in den kommenden Monaten zeigen und wir sind gespannt, was die Zukunft für eine gesamte Branche bringt.

Schaut auch gerne einmal auf unserem Instagram-Kanal vorbei.

Tags

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Close